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Andenken

NGUYEN TAM NHAM

1956 - 04.01.2021

Am 4. Januar wurde Nguyên Tam Nham mit einer schweren Hirnblutung ins Spital gebracht, zwei Wochen später ist er gestorben. Seiner Frau Tam und seinem Sohn Thi sprechen wir unser tiefes Beileid aus .

Im Hoa Binh 35 haben wir Nham's Lebensweg nachgezeichnet.

 „Ich verstehe meine Arbeit als eine Brücke, um Menschen, auch Nationen zusammenzubringen. Kunst ist nicht hoch- oder minderwertig. Jede Gemeinschaft, jede Nation hat ihre eigene Schönheit, ihren eigenen Schönheitsbegriff. Die Anziehungskraft ihrer Kunst liegt im Bewusstsein und in den Herzen der Menschen. Wenn wir dies begreifen, ist die Kunst auch ein Beitrag zum Frieden.“

Mit diesen Worten hat der Bildhauer sein Selbstverständnis zum Ausdruck gebracht.

 Geboren wurde er 1956 in Cam Pha, im Kohlegebiet Vung Mo. Dieses liegt im Nordosten Vietnams, in der Provinz Quang Ninh mit der Hauptstadt Ha Long. Schon sein Vater und Grossvater haben in der Mine gearbeitet. Den amerikanischen Krieg haben nur er und eine Schwester überlebt.

Fast sein ganzes Leben hat Nham dort verbracht, hat gearbeitet und eine Familie gegründet.  In einem bescheidenen Haus am Hang einer der Hügel der Stadt haben sie gelebt. Nicht allein sein Atelier, jede verfügbare Ecke beherbergte zahlreiche Skulpturen.

Sein Traum war eine Galerie. Dort sollten die Skulpturen endlich in einem geeigneten Raum zur Geltung gebracht werden. Das neue Haus wurde kürzlich fertiggestellt, die Erfüllung seines Traums durfte er nicht mehr erleben.

 Mit sieben Jahren hatte Nham begonnen aus Lehm Figuren zu formen und Kohlestücke zu gestalten. Mit sechzehn Jahren trat er in die Minengesellschaft Coc Sau ein, welche zur staatlichen Bergbaugruppe Vinacomin gehört. Dort wurden seine gestalterischen Fähigkeiten rasch erkannt. So musste er nicht im eigentlichen Kohleabbau arbeiten, sondern konnte sein Talent entwickeln.

Anfang der 90er Jahre wurde er in die Kunstschule aufgenommen, die er 1994 erfolgreich abschloss.

Ganz wichtig wurden für ihn Picasso und Van Gogh.

 In seiner Schaffenszeit sind über 1200 Skulpturen entstanden. Ganz viele unter ihnen sind vom Kubismus geprägt, dabei steht jede eigenständig im Raum. Als anspruchsvoll empfand er es, die Portraits ganz unterschiedlicher Personen und Persönlichkeiten zu schaffen. Einen menschlichen Kopf zu formen und dabei die Züge des Gesichts ebenso wie das Innere dieses Menschen zu erfassen, dem Portrait dieser Person ihr Leben und ihre Würde einzuhauchen, war eine Herausforderung, unabhängig davon, ob die Skulptur kubistisch oder traditionell gestaltet wurde. Wenn dann die portraitierte Person selbst und er als Künstler das Werk stimmig fanden, durfte er es befreiten Herzens aus dem Atelier entlassen – ausser der Skulptur seiner Frau, die hätte er niemals weggegeben.

Seine Werke wurden in verschiedenen Ausstellungen im In- und Ausland gezeigt.

So reisten sie nach Frankreich, England, in die USA, nach Australien, Südkorea und Taiwan.

 "Auf industrieller Ebene geht die Bedeutung von Kohle ständig zurück, andere Energieträger treten an ihre Stelle. Ich stamme noch aus der „Kohlezeit“. Als Material meiner Skulpturen wird sie ihre Bedeutung behalten," sagte Nham.




Nham hat seine wachen Augen für immer geschlossen und mit ihm schliesst ein weiteres Kapitel der "Kohlezeit".

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ROLAND GRETLER

30.05.1942 - 22.01.2018

Am 22. Januar ist Roland Gretler gestorben. So manche unter uns erinnern sich an sein umfangreiches PANOPTIKUM zur Sozialgeschichte im obersten Stock des Kanzlei-Schulhauses im Zürcher Kreis 4. Dort dokumentierte er nebst ganz vieen anderen auch den Widerstand gegen den Vietnamkrieg, an welchem er selbst aktiv teilgenommen hatte.


Wir gedenken Roland mit der Fotografie seines Objekts "VIETNAM GRÜSST ZÜRICH" geschaffen aus ganz vielen Fotos des zur Unkenntlichkeit durch Napalm verbrannten Gesicht eines Kindes, das er 1971 zunächst für kurze Zeeit in Zürich, dann in der BRO aufgestellt hatte.



Aus der Rückseite des Fotos steht: "Das Objekt appellierte an das Publikum, Geld für die Vietnamhilfe der CSS zu spenden. Das Aufstellen des Objekts auf öffentlichem Grund (Helmhausarkaden) wurde in Zürich nicht erlaubt. In der BRD erbrachte das Objekt einige Tausend Mark für die Hilfe der Terre des Hommes."

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MUHAMMAD ALI

17.01.1942 - 03.06.2016


Ein konsequenter Gegener des Vietnamkriegs ist tot.
 
Am 03. Juni verstarb die Boxerlegende Muhammad Ali. Er war nicht nur ein großartiger Sportler, sondern auch ein großer Humanist, ein Wortführer gegen die Rassendiskriminierung in den USA und ein entschiedener Gegner des Vietnamkriegs.

Als er 1965 zum Wehrdienst eingezogen werden sollte, protestierte der Mann, der ursprünglich Cassius Clay hieß, gegen den Vietnam-Krieg. „Ich habe keinen Streit mit dem Viet Cong“ rief er im Gerichtssaal aus, “warum sollte ich mir befehlen lassen, eine Uniform anzuziehen und 10.000 Meilen von zuhause Bomben auf das Volk von Vietnam werfen oder mit Gewehrkugeln auf diese Menschen zu schießen, während die sogenannten Neger in Louisville wie Hunde behandelt und ihrer wichtigsten Menschenrechte beraubt werden? Nein ich gehe nicht dorthin, um Mördern zu helfen und das Land anderer Menschen niederzubrennen. Nein ich werde nicht mitmachen die Vorherrschaft der weißen Sklavenhalter aufrecht zu erhalten. Dies Übel muss doch endlich mal ein Ende haben.“

Weil er sich beharrlich weigerte, seinen Militärdienst anzutreten, verurteilte ihn ein Gericht zu fünf Jahren Haft und 10 000 Dollar Strafe; der Weltmeistertitel wurde ihm aberkannt, die Box-Lizenz entzogen und der Reisepass abgenommen, damit er auch nicht im Ausland boxen konnte. Aber auch die Drohung mit Haft konnte Muhammad Ali nicht von seiner Überzeugung abbringen.

„Mein Gewissen lässt es nicht zu meinen Bruder zu erschießen oder einen braunen Menschen oder irgendwelche hungrigen Leute die inmitten dieses reichen Amerika im Dreck leben. Und warum sollte ich sie erschießen? Sie haben mich nie Nigger genannt, sie wollten mich nie lynchen. Sie haben niemals Hunde auf mich gehetzt. Sie raubten mir nicht meine Nationalität. Sie schändeten und ermordeten auch nicht meine Mutter und meinen Vater. Warum soll ich sie erschießen? Warum soll ich bloß diese armen Leute erschießen. Dann werft mich halt ins Gefängnis.“
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General VO NGUYEN GIAP

25.08.1911 - 04.10.2013

 

Lettre de condoléances de l'ASV



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Im September 1996 weilt General Vo Nguyen Giap in der Schweiz.
Am 25. September 1996 findet das Treffen mit Freunden und Freunden Vietnams statt.




Hommage au Général Vo Nguyen Giap



Alain Ruscio
Un enfant de l'Oncle Ho
Ein Kind von Onkel Ho




SAMUEL ANDRES

7.3.1941 - 14.4.2003

© HEKS"Ich weiss ein Reisfeld, so grün, so fein ..."  Diesen Satz schrieb Samuel Andres als Titel über einen Artikel zu Vietnam. Darin zeigt sich seine gute Beobachtungsgabe, sein Gespür für das Wesentliche und seine Liebe und sein Einsatz zugunsten Ärmsten dieser Erde, ohne aber die Schönheit der Natur zu vergessen: Reis, als Grundnahrungsmittel wichtig für das Leben von Millionen von Menschen, grün, als Symbol für Hoffnung, Frühling und keimendes Leben, fein, weil unser Leben ein Geschenk ist, einmalig, zerbrechlich, flüchtig wie ein Tautropfen.

Samuel Andres war seit vielen Jahren Mitglied der Vereinigung Schweiz-Vietnam. Schon 1989 gab es eine Zusammenarbeit zwischen HEKS und VSV bezüglich der Agent Orange Opfer. Diese wurde dann mit der Ausstellung "Als mein Kind geboren wurde, war ich sehr traurig" fortgesetzt. Letztmals referierte Samuel Andres im Rahmen der Ausstellung im Mai 2002 in Lausanne.

Samuel Andres lernte Typograph, arbeitete als Journalist und Rotkreuzhelfer in Biafra, Bangladesh und Peru, bis er am 2. Januar 1975 die Leitung des Katastrophendienstes im HEKS (Hilfswerk der Evangelischen Kirchen Schweiz) übernahm. Er wurde zu einem tragenden Mitarbeiter und hat im Verlauf der fast drei jahrzehnte an vielen Orten Nothilfe organisiert, zuweilen auch unkonventionell und unbürokratisch. In vielen Vorträgen, Aktionen und Texten hat er sich für die Rechte und Würde der Entrechteten und Gedemütigten, für Frieden und Versöhnung eingesetzt. Am 14. April 2003 ist er nach schwerer, geduldig ertragener Krankheit verstorben.


 
Prof. Dr. med. LE CAO DAI

06.06.1928 - 15.04.2002

 

© Roland Schmid

Im Januar 2000, zur Vernissage der Ausstellung "Als mein Kind geboren wurde, war ich sehr traurig", kam Prof. Le Cao Dai erstmals in die Schweiz. Eine Woche lang war er begleitet durch die Vereinigung Schweiz-Vietnam. Wir lernten ihn kennen als kompetenten Referenten und feinfühligen Zuhörer, bescheiden in seinen persönlichen Ansprüchen und beladen mit den immensen Bedürfnissen der Opfer der Chemiewaffeneinsätze im Vietnamkrieg. Geduldig beantwortete er Journalisten- und Studentenfragen, immer getragen von der Sorge um die Million Menschen, für die die Folgen des Krieges Alltag sind. Vor allem die Kinder, immer wieder die Kinder, die so dringend Hilfe brauchen.
Seither sind wir mit Prof. Le Cao Dai in Kontakt geblieben, schriftlich, telefonisch, anlässlich von Besuchen in Hanoi.
Letzten Sommer erlitt er einen Hirnschlag. Sein Gang war in der Folge etwas unsicher, seine Klarsicht blieb unversehrt. Unsere letzte Kontaktnahme mit Prof. Le Cao Dai hat gegen Ende März, kurz vor seiner erneuten Einlieferung ins Spital, stattgefunden. Er äusserte sich sehr enttäuscht über die wissenschaftliche Konferenz, die zum Thema Agent Orange zu Beginn des Monats in Hanoi stattgefunden hatte, denn "für die Opfer hätte sie keinen Fortschritt gebracht", resümierte er. Nun muss das Engagement für ihre Belange weitergehen, auch ohne des Professors Wissen, Beharrlichkeit und Menschlichkeit. Wir vermissen ihn zwar, aber es ist ein Kreis von Menschen da, die die Sache weitertragen. <<Conférence de presse Vietnam du 13.1.2000 - Prof. LE Cao Dai>>

<<Medienkonferenz Vietnam vom 13.1.2000 - Prof. LE Cao Dai>>

Nachruf auf Prof. Dr. Le Cao Dai

Fonds für die Opfer von Agent Orange

AGORAVIF


Zwei unserer Mitglieder,

Rosmarie Venzin und Heini Gartmann 

sind diesen Frühling 2001 gestorben.

Beide haben an der Studienreise 1996 teilgenommen.

Beiden war das Wohlergehen der Menschen in Vietnam ein echtes Anliegen und sie haben sich immer wieder aktiv für dieses Anliegen engagiert.

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Dr. med. HEINI GARTMANN

© Anjuska Weil

ist am 3. Juni 2001 mit 82 Jahren in seinem Heim in Bassersdorf an einem akuten Herzversagen gestorben. Letztes Jahr war es ihm gegönnt, nochmals nach Vietnam zu reisen, um alte Bekannte zu besuchen und neue Eindrücke zu sammeln. Seine Anteilnahme galt vor allem Kranken und Kriegsopfern, seine Grosszügigkeit der Linderung ihrer Schmerzen.

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Henri Gartmann auf der Leprastation des Bach-Mai Spitals in Hanoi anlässlich seiner letzten Reise nach Vietnam.

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Rosmarie Venzin

© Anjuska Weil

ist am 15. April 2001 kurz nach ihrem 54. Geburtstag gestorben. Ihr Herz, das Mitgefühl und Wärme für so viele Menschen ausgestrahlt hatte, stand plötzlich still. Ihre Lebenskraft, die sie grosszügig der Arbeit mit Behinderten und Benachteiligen und der Vision einer gerechten Welt ohne Rassismus und Krieg geschenkt hatte, war aufgebracht.

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Rosmarie Venzin im Gespräch mit Jalel Rebah anlässlich der Vernissage der Fotoausstellung "Als mein Kind geboren wurde, war ich sehr traurig" in Zürich-Witikon im Herbst 2000.



ALEX RICHARD

12.08.2000

Am 12. August 2000 stirbt Alex Richard im Alter von 94 Jahren. Am 24. September findet im Rahmen der Agent Orange-Ausstellung in Zürich eine Gedenkveranstaltung für Alex statt, die von der VSV organisiert wird.

EHRUNG VON ALEX RICHARD
Für seine langandauernde und umfangreiche Vietnamhilfe wurde Alex Richard am 17. Sept. 94 bei einer Feier im Mehrzwecksaal des Gemeindehauses von Breno (Tl) geehrt. Alex traf in Begleitung seiner Frau Berlhi ein. Dle Ehrung erfolgte in Anwesenheil des vielnamesischen UNO Botschafters Nguyen Luong, eines Botschailsrates, sowie des vielnamesischen Generalkonsuls in Genf und des Leiters des Institutes für rationelle Arbeitsrnethoden im Institult für Werkzeugmaschinen- und Apparatebau in Hanoi. Anwesend waren auch der Tessiner Regierungsrat Pielro Martineli, der Bürgermeister von Breno, zahlreiche Mitglieder Schweizerischen Friedensbewegung, der Vereinigung Schweiz-Vietnam, der Centrale Sanitarre Suisse und Teilnehmer an der von der Zeitung "Lavoratore'organislerten Begegnungsrerse nach Vietnam. Alex-Richard-lnstitut .... mehr in Hoa Binh Nr. 15 (1995), Seite 20


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